Kostenpflichtige Internetabos ohne Ihr Zutun! 
Aus einem Fall aus der Praxis zeigen wir Ihnen wie schnell Sie in eine kostenpflichtige Abofalle kommen, was Sie dann dagegen tun können und wie Sie sich vorher schützen. Wohin Sie sich bei Problemen mit Post, Handy, Festnetz und Rundfunk wenden sollten und wo Sie Hilfe bekommen.
Ein Fall aus der Praxis:
Ein Minderjähriger arbeitet offline auf einem Systemapp an seinem Handy. Beim scrollen erscheint plötzlich ein Banner den er dabei berührt und er wird sofort mittels Internet auf eine Homepage verbunden. Dort sieht man dann dass die Telefonnummer sofort automatisch vom System gespeichert wurde und man erhält die Information dass man nun ein kostenpflichtiges Abo bestellt habe.
In unserem Fall hat sich der Jugendliche richtig entschieden und keine Zeit vergeudet und sofort die Eltern verständigt. Dass ist sehr wichtig, denn man muss sofort reagieren!
Der Vater notiert sich sofort alle Daten wie: Uhrzeit, Dauer des Zugriffes, Domain etc.
Nun versucht der Vater den Kundendienst des Telefonproviders zu erreichen. Aber es ist Sonntag Abend und niemand mehr erreichbar.
Also sucht der Vater auf der Homepage Hinweise wie er dieses Abo kündigen kann. Er findet dann Informationen darin steht, dass sofort eine Mail mit einer Kündigung zu senden sei, aber trotzdem die beginnenden Abokosten zu tragen wären.
Er findet eine Mailadresse, setzt die Kündigung auf und versendet diese. Doch kurze Zeit später kommt die Systemantwort, dass mail konnte nicht zugestellt werden da die Adresse falsch ist.
Was tun? Also Sie speichern sofort diese Seite als HTML Datei ab bzw. machen einen "Screenshot" um später beweisen zu können, dass eine falsche Mailadresse angegeben war. Dann sehen Sie im Impressum nach wer der Seiteninhaber ist. In diesem Fall handelte es sich um eine .de Domain, der Inhaber selbst hat aber ("natürlich") seinen Sitz in Zypern.
Es gibt im Internet Programme in der Sie feststellen können, welche IP die Webseite hat und wer der Inhaber ist. Es ist meistens auch eine Mailadresse des Betreibers ebendort angegeben.
In unserem Falle wurde aber eine andere Internetseite des Betreibers für Benutzer aus Deutschland gefunden. Dort stand die richtige Mailadresse. Also wurde dort ein dementsprechendes Kündigungsschreiben mit Widerruf des Abos versandt.
Eine Kopie dieses Mails erging an den Telefonbetreiber mit dem Hinweis, dass keine Kosten anfallen und auch keine solchen abgebucht werden dürfen.
In unserem Falle wurde den Abobetreibern auch mitgeteilt, dass es eine Meldung an "Nic.de" geben wird. Das ist die zentrale Registrierungsstelle für alle .de Domains. Dor kann man auch Gesetzesverstösse melden und es kann zu einer Sperre der Domain führen.
Natürlich ist eine mail nicht rechtsgültig. Daher unbedingt auch dieses Schreiben mittels "einschreiben" versenden.
Am nächsten Tag wurde dann noch zusätzlich ein Kundenshop aufgesucht und die Daten überreicht. Ein Herr des Shops schickte auch sofort ein Fax an die Zentrale und sah auf dem Kundenkonto nach ob es schon Buchungen gab.
In unserem Falle wurden bereits fünf Euro abgebucht, aber sofort wieder gut geschrieben. Es kam auch ein Mail des Webseiten- und Abobetreibers in dem mitgeteilt wurde, dass das Abo storniert wurde.
Auch der Telefonbetreiber reagierte sofort und informierte telefonisch über die Situation und versprach die Sache im Auge zu behalten, so dass es zu keine Kosten kommen wird. Zwei Tage später kam auch schon ein Brief des Telefonbetreibers in dem er die Zusagen auch schriftlich bestätigte.
Vorbeugen - schützen Sie Ihr Kind und sich selbst
Sie können Ihre Kinder und sich selbst sehr einfach davor schützen. Nämlich: Sie beantragen bei Ihrem Handybetreiber eine Sperre von kostenpflichtigen Rufnummern und SMS, sowie die Sperre von Einkaufsmöglichkeiten auf dem Handy! Denn auch der Einkauf per App im Market zum Beispiel ist ein Mehrwertdienst.
Man hat zwar die Möglichkeit im Market selbst noch bei jedem Einkauf eine Codeabfrage zu installieren, das schützt Sie aber nicht bei Abofallen wie hier aufgezeigt!
Und noch eines: Niemand ist vor diesen Fallen im Internet geschützt! Daher unbedingt vorbeugen!
Probleme mit Post, Festnetz, Handy, Rundfunk?
Wenn Sie Probleme mit Ihrer Handyabrechnung haben, dann hilft Ihnen die Arbeiterkammer weiter. Sie selbst aber können sich auch "RTR" wenden. Das ist die:
Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH
Telekom-Control-Kommission
Post-Control-Kommission
Kommunikationsbehörde Austria
Auf deren Webseite finden Sie eine Menge an hilfreichen Informationen und können auch gleich online Beschwerden an diese richten.
Hier die Webadresse: http://www.rtr.at/
Tipps und Links:
Arbeiterkammer:
- Rücktritt nach Zahlungsaufforderung
- Rücktritt von Internet-Abos (Minderjährige)
- Rücktritt von Internet-Abos (3.Monate)
- Rücktritt von Internet-Abos (2. Jahr)
- Internet Ombudsmann
- Das Internet sicher nutzen
- Über folgende Internetseite liegen Beschwerden vor
- Die größten App-Fallen
- Tipps zum sicheren Umgang mit Apps
- Basis-Infos zu Apps
- AK Apps fürs Smartphone
- Monsterrechnung wegen Apps
- Handytarifrechner
- Internetprovider-Rechner
http://www.saferinternet.at/ - Broschüren, Informationen und mehr
www.chip.de berichet ausführlich über die dunkle Seite der Apps. Warum Programme für Kinder besonders gerne für Abofallen missbraucht werden, welche Apps sie haben sollten und vor welchen Sie lieber die Finger lassen sollten und vieles mehr
Hier der Link:
http://www.chip.de/artikel/App-gezockt-Abo-Fallen-Spionage-Apps-und-Datenschleudern_47030384.html
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