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Vier neue Windkraftanlagen in St. Pölten 
Nachrichten St. Pölten: Ein Jahr nach Fukushima möchte St. Pölten, die Windhauptstadt Österreichs, ihren erfolgreichen Weg der ökologischen Stromerzeugung aus Windkraft weiter ausbauen.
Zur Zeit wird an einem neuen Projekt gearbeitet um vier weitere Windkraftanlagen in St. Pölten zu betreiben.
Bisher erzeugen 15 Windkraftanlagen ein Viertel des Stromverbrauchs aller St. Pöltner Haushalte. Durch die vier neuen Windräder der aktuellen Anlagengröße könnte dieser Anteil auf 65% ausgeweitet und damit mehr als verdoppelt werden.
St. Pölten hat die meisten Windräder unter den Landeshauptstädten. Darüber hinaus hat die IG Windkraft, die Interessensvertretung der gesamten österreichischen Branche, ihren Sitz in der niederösterreichischen Metropole und mit dem hier alle zwei Jahre stattfindenden Österreichischen Windenergiesymposium ist St. Pölten auch für internationale Fachleute ein Begriff geworden.
Dass diese positive Entwicklung kein Zufall ist, verdeutlicht Bürgermeister Mag. Matthias Stadler: „Um zu wissen, dass in St. Pölten der Wind geht, braucht man kein Experte sein. Die Stadt hat aber trotzdem das Thema Windkraft schon sehr früh wissenschaftlich bearbeitet und schon im Jahr 2000 den St. Pöltner-„Windkataster“ gestartet.“
Unter Berücksichtigung von Raumordnungsfragen und den Windverhältnissen wurden hier Potenzialflächen ausgewiesen. Fast alle Flächen aus diesem Windkataster konnten schon für die Windkraft genutzt werden. Bürgermeister Stadler: „Gerade der erste Jahrestag der verheerenden Katastrophe von Fukushima, aber auch unser Wille zu mehr Unabhängigkeit bei unserer Energieversorgung, bestärken uns, diesen erfolgreichen Weg bei der Windkraft fortzusetzen. Deswegen soll jetzt auch auf unserer noch verbleibenden Potenzialfläche ein Windpark entstehen.“
Der Standort
Der Standort befindet sich aus St. Pöltner Sicht hinter dem Grasberg, nördlich der B1 Richtung Kapelln und damit in der Nähe der schon bestehenden Windkraftanlagen in Pottenbrunn und am Bösen Berg. Nach Berücksichtigung des gesetzlich vorgegebenen Abstands von 1200m zum umliegenden Wohnbauland und den Mindestabständen zu Hochspannungs- und Gasleitung ergeben sich maximal vier Standorte für Anlagen der aktuellen Drei-Megawatt-Klasse. Erst die aktuelle Anlagengröße mit ihren rund 140m Türmen und ca. 100 bis 114m Durchmesser macht den Standort hinter dem 60 bis 80m höheren Grasberg effizient nutzbar.
An österreichischer Wertschöpfung werden ca. 16 Mio. € und im Schnitt 12 Arbeitsplätze über die geplante Lebensdauer von 20 Jahren geschaffen. Davon fallen je die Hälfte auf lokale Betriebe und österreichische Zulieferer.
Wichtiger Teil des St. Pöltner Energiekonzeptes - Stromversorgung für 40% aller Haushalte
Die Effizienzsteigerung der neuen Anlagengeneration wirkt sich auch bei der Produktion deutlich aus: „Ein einziges Windrad wird Strom für ca. 2.000 Haushalte liefern. Die Produktion von allen vier neuen Windrädern wird in Summe ca. 30 Mio. kWh Strom pro Jahr betragen. Das ist Strom für 8.000 Haushalte oder 40% aller St.Pöltner Haushalte. Insgesamt werden die zukünftig 19 St.Pöltner Windräder sogar zwei Drittel der St.Pöltner Haushalte mit sauberen Windstrom versorgen“, freut sich Projektverantwortlicher Mag. Stefan Hantsch.
Das Potenzial der Windkraft in Sachen CO2 Einsparung ist gewaltig. Durch das geplante Projekt ist mit einer Einsparung von Jährlich 16.000t CO2 zu rechnen. Zum Vergleich entspricht dies einem Viertel der Reduktionen die im Rahmen des St. Pöltner Energieleitbildes durch Maßnahmen im Bereich Verkehr, Raumwärme und anderen bis 2020 geplant sind. Bürgermeister Mag. Stadler: „Zur Erreichung unserer Energiepolitischen Ziele müssen sämtliche Potenziale voll ausgeschöpft werden, sei es die Erhöhung der Energieeffizienz oder die Ausnutzung sämtlicher Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energien. Speziell die Windkraft bietet beim Vorhandensein geeigneter Standorte das größte Potenzial.“
Neues Informationssystem geplant
„Bei meinen Gesprächen, die ich bis jetzt mit den Leuten vor Ort geführt habe, war ein immer wiederkehrendes Thema, dass die Bevölkerung zwar die Windräder sehen und wissen, dass da Ökostrom produziert wird, aber sie haben keine Ahnung, ob das jetzt für acht oder für 8.000 Häuser reicht. Gemeinsam mit der Stadt wollen wir ein Informationssystem entwickeln, wo man online bzw. über eine Anzeige im Rathaus immer aktuell sehen kann, wie viele Haushalte gerade mit Windstrom versorgt werden.“ Bürgermeister Mag. Stadler ergänzt: „Unser Ziel ist es, dass der Öffentlichkeit gezeigt wird, wie viel Ökostrom unsere Windräder produzieren. Uns ist es ein Anliegen, dass wir in der Bevölkerung ein Bewusstsein schaffen über die großartigen Möglichkeiten unserer heimischen Energiequellen. Über die Energiewende reden können viele, wir wollen sie mit einer gut informierten Bevölkerung umsetzen.“
Weiteres Vorgehen
Von den Projektwerbern wurden in einer Vorprüfung alle relevanten Genehmigungsthemen positiv abgeklärt. Wenn im Frühjahr die Nachbargemeinden ihr O.K. geben, können danach die Detailgutachten für die Strategische Umweltprüfung erstellt werden. Nach positiver Erledigung und Umwidmung der Standorte durch St.Pölten wird ein UVP- oder einzelrechtliches Genehmigungsverfahren durchgeführt. Die Inbetriebnahme ist frühestens Ende 2014 geplant.
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